Kanton Schwyz: Architektur, Reisen, Natur und Ausflugsziele für Entdecker und Familien

Zwischen Zürichsee, Vierwaldstättersee und markanten Voralpengipfeln verbindet der Kanton Schwyz unterschiedliche Landschafts- und Lebensräume auf engem Gebiet. Urbane Gemeinden am oberen Zürichsee treffen auf bäuerlich geprägte Täler, historische Orte, Moorlandschaften und bekannte Bergregionen. Diese Vielfalt prägt den Alltag ebenso wie den Tourismus, die Wirtschaft und das Selbstverständnis des Kantons.

Schwyz gehört zu den historischen Kerngebieten der Eidgenossenschaft. Sein Name ging später auf die gesamte Schweiz über. Heute umfasst der Kanton sechs Bezirke und 30 Gemeinden. Ende 2024 lebten gemäss kantonaler Bevölkerungserhebung 167’010 Personen im Kanton. Der gleichnamige Hauptort bildet das politische und historische Zentrum, während Freienbach die bevölkerungsreichste Gemeinde ist.

Ein Kanton zwischen Mittelland und Alpen

Mit einer Fläche von rund 908 Quadratkilometern gehört Schwyz zu den mittelgrossen Kantonen der Schweiz. Seine geografische Lage schafft Übergänge: Im Norden reichen die Siedlungsräume bis an den Zürichsee. Im Süden und Südwesten prägen der Vierwaldstättersee, die Rigi, der Talkessel von Schwyz und die Berge des Muotatals das Bild. Der Osten umfasst unter anderem die March, das Wägital und Teile des Voralpenraums.

Die Landschaft lässt sich kaum auf einen einzigen Charakter reduzieren. Am oberen Zürichsee liegen dicht besiedelte Gemeinden wie Freienbach, Wollerau, Lachen und Altendorf. Sie besitzen enge wirtschaftliche und verkehrstechnische Beziehungen zum Grossraum Zürich. In der Innerschwyz bestimmen Berge, Seen, Landwirtschaft und kleinere Siedlungen den Raum. Zwischen beiden Teilen liegen Übergangsgebiete mit Wohnquartieren, Gewerbezonen, Kulturland und Verkehrsachsen.

Zum Kantonsgebiet gehören Anteile am Zürichsee, Vierwaldstättersee, Zugersee und Obersee. Hinzu kommen kleinere Gewässer wie der Lauerzersee, der Sihlsee und der Wägitalersee. Der Sihlsee entstand durch den Bau einer Staumauer und ist flächenmässig der grösste Stausee der Schweiz. Er beeinflusst das Landschaftsbild rund um Einsiedeln und dient der Stromproduktion.

Die Topografie reicht von Seeufern und Talböden bis zu hochalpinen Lagen. Der Bös Fulen an der Grenze zum Kanton Glarus bildet mit 2’802 Metern über Meer den höchsten Punkt des Kantons. Viele bekannte Ausflugsberge liegen tiefer: Dazu zählen der Grosse Mythen, die Rigi, der Fronalpstock, der Klingenstock und der Hoch-Ybrig.



Sechs Bezirke mit unterschiedlichen Aufgaben und Identitäten

Der Kanton gliedert sich in die Bezirke Schwyz, Einsiedeln, Gersau, Höfe, Küssnacht und March. Bezirke besitzen in Schwyz eine vergleichsweise starke Stellung. Sie übernehmen öffentliche Aufgaben und verfügen über eigene politische Organe. Einsiedeln, Gersau und Küssnacht sind zugleich Bezirk und Gemeinde. Der Bezirk Höfe besteht aus Freienbach, Wollerau und Feusisberg. Zur March gehören neun Gemeinden. Der Bezirk Schwyz umfasst 15 Gemeinden und ist damit am stärksten untergliedert.

Diese Struktur verweist auf historische Eigenständigkeiten. Gersau war über Jahrhunderte ein reichsunmittelbarer Ort und bezeichnet sich bis heute als „altfrye Republik“. Einsiedeln entwickelte sich rund um das Benediktinerkloster zu einem geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum. Die Höfe und die March orientieren sich aufgrund ihrer Lage stark zum Zürichsee und zum Grossraum Zürich. Küssnacht liegt am Vierwaldstätter- und Zugersee und bildet eine Verbindung zwischen den Räumen Luzern, Zug und Schwyz.


Die Luftaufnahme zeigt Küssnacht am Rigi zwischen Siedlungsraum, Seeufer und bewaldeten Höhen. Die Lage verdeutlicht die Übergangsfunktion des Bezirks zwischen mehreren Zentralschweizer Regionen.

Von Schwyz zum Namen der Schweiz

Der Name Schwyz ist eng mit der Entstehungsgeschichte der Eidgenossenschaft verbunden. Die Talschaft Schwyz schloss sich im späten Mittelalter mit Uri und Unterwalden zu Bündnissen zusammen. Der Bundesbrief von 1291 gilt als eines der bekanntesten Dokumente dieser Entwicklung. Die moderne Geschichtsforschung betrachtet ihn jedoch im Zusammenhang mit weiteren Bündnissen, Konflikten und politischen Veränderungen. Die Eidgenossenschaft entstand nicht in einem einzigen Gründungsakt.

Schwyz gewann im 14. Jahrhundert erheblichen politischen und militärischen Einfluss. Auswärtige Beobachter verwendeten den Namen der Schwyzer zunehmend für mehrere eidgenössische Orte. Daraus entwickelten sich die Bezeichnungen „Schweiz“ und „Schweizer“. Der Kantonsname bezeichnet damit zugleich den Raum, von dem der Landesname abgeleitet wurde.

Im Bundesbriefmuseum in Schwyz werden der Bundesbrief von 1291 und weitere Urkunden aufbewahrt. Die Dauerausstellung stellt die Dokumente in ihren historischen Zusammenhang und zeigt, wie sich nationale Erzählungen verändert haben. Das Forum Schweizer Geschichte, ebenfalls im Hauptort, widmet sich der Entstehung und Entwicklung der alten Eidgenossenschaft mit Objekten, Inszenierungen und medialen Elementen.

Der historische Kern von Schwyz ist durch den Hauptplatz, das Rathaus, die Pfarrkirche St. Martin und mehrere Herrenhäuser geprägt. Zu den bekannten Profanbauten gehören das Haus Bethlehem und das Haus Ital Reding. Die Gebäude verweisen auf unterschiedliche Epochen, Bauweisen und gesellschaftliche Verhältnisse. Sie zeigen, dass die Geschichte des Kantons weit über Schlachtenerzählungen und Gründungsmythen hinausreicht.

Auch die Schlacht am Morgarten von 1315 ist Teil des historischen Gedächtnisses. Der genaue Ablauf und selbst der konkrete Ort einzelner Ereignisse werden wissenschaftlich differenziert beurteilt. Gesichert ist, dass der Konflikt zwischen den Schwyzern und den Habsburgern die Stellung der Waldstätte stärkte. Das Informationszentrum Morgarten vermittelt archäologische Erkenntnisse und ordnet die spätere Erinnerungskultur ein.

Kloster Einsiedeln: Religion, Bildung und Baukultur

Das Kloster Einsiedeln zählt zu den bedeutendsten religiösen und architektonischen Anlagen der Schweiz. Seine Geschichte reicht ins frühe Mittelalter zurück. Die heutige Klosteranlage wird vor allem durch den barocken Ausbau des 18. Jahrhunderts geprägt. Die monumentale Westfassade, der weitläufige Klosterplatz und die reich ausgestattete Kirche bilden ein Ensemble von nationaler Bedeutung.

Einsiedeln ist ein Wallfahrtsort mit internationaler Ausstrahlung. Im Zentrum der Verehrung steht die Schwarze Madonna in der Gnadenkapelle. Der Ort liegt zudem an Wegen, die in das europäische Netz der Jakobsrouten eingebunden sind. Pilger, kulturgeschichtlich Interessierte und Architekturfreunde begegnen sich deshalb im selben Raum.

Die Benediktinergemeinschaft unterhält neben dem religiösen Leben verschiedene kulturelle und bildungsbezogene Tätigkeiten. Zur Anlage gehören eine Stiftsbibliothek, Archive, Werkstätten, landwirtschaftliche Betriebe und die Stiftsschule. Besichtigungsmöglichkeiten, Gottesdienste und Führungen richten sich nach dem Klosterbetrieb. Aktuelle Zugangsregeln und Zeiten müssen deshalb vor einem Besuch geprüft werden.


Die beiden Türme der Klosterkirche bestimmen die Silhouette Einsiedelns. Das barocke Ensemble verbindet Wallfahrtsgeschichte, klösterliches Leben und schweizerische Baukultur.

Seen, Moore, Wälder und Karstlandschaften

Die Natur im Kanton Schwyz umfasst weit mehr als bekannte Aussichtsgipfel. Eine besondere Stellung nimmt die Moorlandschaft zwischen Rothenthurm und Biberbrugg ein. Das Hochtal wurde in den 1980er-Jahren zum Symbol des schweizerischen Moorschutzes. Die Annahme der Rothenthurm-Initiative im Jahr 1987 verankerte den Schutz von Mooren und Moorlandschaften von besonderer Schönheit und nationaler Bedeutung in der Bundesverfassung.

Das Gebiet ist Lebensraum spezialisierter Pflanzen und Tiere. Gleichzeitig wird es landwirtschaftlich genutzt und von Verkehrswegen durchquert. Schutz, Bewirtschaftung und Erholung müssen deshalb aufeinander abgestimmt werden. Markierte Wege helfen, empfindliche Flächen zu schonen. Im Winter wird das Hochtal bei geeigneter Schneelage zum Langlaufgebiet.

Im Muotatal liegt mit dem Bödmerenwald eine der eindrücklichsten Waldlandschaften der Schweiz. Fichten, Bergföhren und andere Gehölze wachsen auf einer vom Kalkgestein geprägten Karstlandschaft. Mulden, Spalten und unterirdische Wasserwege schaffen ein kleinteiliges Relief. Teile des Waldes weisen einen urwaldähnlichen Charakter auf, obwohl die Landschaft über lange Zeit auch durch menschliche Nutzung geprägt wurde.

Unter dem Muotatal erstrecken sich umfangreiche Höhlensysteme. Das Hölloch gehört zu den längsten erforschten Höhlen der Welt. Der öffentlich zugängliche Bereich kann im Rahmen geführter Touren besucht werden. Wasserstände, Wetter und körperliche Anforderungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Eigenständige Erkundungen ausserhalb zugelassener Wege sind aufgrund der Orientierungsschwierigkeiten und der Gefahr rasch steigenden Wassers nicht angebracht.

Der Natur- und Tierpark Goldau entstand im Bergsturzgebiet von 1806. Damals lösten sich am Rossberg gewaltige Gesteinsmassen und verschütteten Teile der damaligen Siedlungen. Heute leben im weitläufigen Tierpark vor allem europäische Wildtierarten. Grosse Nagelfluhblöcke erinnern weiterhin an die Katastrophe und prägen das Gelände.

Berge als Erholungsraum und empfindlicher Lebensraum

Die Rigi liegt zwischen Vierwaldstättersee, Zugersee und Lauerzersee. Mehrere Ausgangspunkte im Kanton Schwyz erschliessen das Bergmassiv, darunter Arth-Goldau, Küssnacht und Kräbel. Zahnrad-, Luftseil- und Gondelbahnen ermöglichen unterschiedliche Rundreisen. Wanderwege verbinden Aussichtspunkte, Alpgebiete und Bahnstationen.

Das autofreie Bergdorf Stoos liegt oberhalb des Talkessels von Schwyz. Die Standseilbahn von Schwyz-Schlattli überwindet eine maximale Steigung von 110 Prozent. Ihre tonnenförmigen Abteile gleichen die Neigung während der Fahrt aus. Oberhalb des Dorfes verbindet der bekannte Gratweg Klingenstock und Fronalpstock. Die Route eröffnet weite Blicke auf Seen und Berge, verlangt aber Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und geeignete Wetterbedingungen.

Der Beitrag „Mit der Südostbahn auf die Loipe“ zeigt, wie Bahnverkehr und Wintersportangebote im Kanton miteinander verknüpft werden können. Da Tarife, Kooperationen und Betriebszeiten veränderlich sind, müssen aktuelle Konditionen direkt bei den beteiligten Anbietern kontrolliert werden.


Der Weg über den Stooser Grat führt durch Alpweiden oberhalb der Seenlandschaft. Steile Abschnitte und ausgesetzte Passagen machen gute Bedingungen und eine realistische Tourenplanung erforderlich.

Freizeit und Familienangebote zu allen Jahreszeiten

Die Kombination aus Seen, Bergen, Mooren und Kulturorten ermöglicht sehr unterschiedliche Tagesausflüge. Familien finden kurze Themenwege, Tierbeobachtungen, Bergbahnen, Badeplätze und Museen. Die Eignung eines Angebots hängt jedoch von Alter, Kondition, Witterung und Jahreszeit ab. Ein Weg, der auf einer Übersichtskarte kurz erscheint, kann in steilem Gelände deutlich anspruchsvoller sein.

Sattel-Hochstuckli verbindet Bergbahnerlebnis, Wanderwege und Spielangebote. Im Raum Einsiedeln und Ybrig liegen Spazier-, Wander-, Velo- und Wintersportmöglichkeiten nahe beieinander. Das Wägital erschliesst eine ruhigere Berg- und Seenlandschaft. Rund um den Wägitalersee verläuft eine beliebte Route, während die umliegenden Gipfel deutlich höhere Anforderungen stellen.

Am Vierwaldstättersee bilden Brunnen, Gersau und Küssnacht wichtige Ausgangspunkte. Promenaden, Schifffahrt und Bergbahnen lassen sich zu Ausflügen kombinieren. Brunnen liegt am Übergang vom Gersauer Becken zum Urnersee. Die Lage eröffnete dem Ort bereits im 19. Jahrhundert touristische Entwicklungsmöglichkeiten. Historische Hotelbauten und Villen erinnern an diese Epoche.

Gersau besitzt aufgrund seiner geschützten Lage am Fuss der Rigi ein vergleichsweise mildes Lokalklima. Das steile Gelände begrenzt die Siedlungsfläche. Zwischen Seeufer und Berghängen entstand ein kompakter Ort, dessen Geschichte eng mit Schifffahrt, Seidenverarbeitung und politischer Eigenständigkeit verbunden ist.

Für Wanderungen gelten grundlegende Vorsichtsregeln: Route und Schwierigkeitsgrad müssen zur Erfahrung passen. Wetterumschwünge können in den Voralpen rasch eintreten. Feste Schuhe, Sonnen- und Regenschutz sowie ausreichend Getränke gehören zur Grundausrüstung. Bei Bergbahnen, Schifffahrtslinien und saisonalen Einrichtungen sind aktuelle Fahrpläne und Betriebsinformationen massgeblich.

Traditionen zwischen Fasnacht, Viehwirtschaft und Volkskultur

Regionale Bräuche sind im Kanton sichtbar geblieben, ohne dass Kultur auf Trachten und Folklore reduziert werden kann. Fasnachtsfiguren, Musikvereine, Theatergruppen, Chöre und lokale Feste prägen den Veranstaltungskalender. Besonders bekannt ist die Schwyzer Fasnacht mit Figuren wie Blätz, Hudi und Domino. Formen und Abläufe unterscheiden sich von Ort zu Ort.

Im Muotatal besitzt das volkstümliche Theater eine lange Tradition. Bekannt sind zudem die Muotathaler „Wetterschmöcker“. Diese Naturbeobachter geben zweimal jährlich persönliche Wetterprognosen ab. Die humorvoll präsentierten Vorhersagen gehören zur regionalen Kultur, ersetzen jedoch keine meteorologischen Warnungen oder professionellen Prognosen.

Die Landwirtschaft prägt viele Landschaftsräume weiterhin sichtbar. Milchwirtschaft, Viehzucht und Alpbetriebe spielen in den hügeligen und bergigen Gebieten eine wichtige Rolle. Käse, Milchprodukte, Fleischwaren und Backwaren sind Teil der regionalen Lebensmittelproduktion. Direktverkauf, Hofläden und Alpwirtschaften verbinden Landwirtschaft und Tourismus.


Verschneite Häuser auf dem Stoos und die beiden Mythen im Hintergrund stehen für den winterlichen Charakter der Schwyzer Voralpen.

Wirtschaft zwischen Finanzstandort und produzierendem Gewerbe

Die wirtschaftliche Struktur des Kantons spiegelt seine geografischen Unterschiede. In den Bezirken Höfe und March bestehen enge Verbindungen zum Wirtschaftsraum Zürich. Finanzdienstleistungen, Beratung, Immobilien, Handel und unternehmensnahe Dienstleistungen besitzen dort eine starke Stellung. Die gute Erreichbarkeit und die vergleichsweise niedrige Steuerbelastung beeinflussen die Standortentwicklung.

Der Kanton erhebt keine kantonale Erbschafts- und Schenkungssteuer. Einkommen, Vermögen und Unternehmensgewinne werden nach kantonalen und kommunalen Regeln besteuert. Die tatsächliche Belastung unterscheidet sich je nach Gemeinde, Bezirk, persönlicher Situation und Steuerjahr. Pauschale Aussagen über individuelle Vorteile sind deshalb wenig aussagekräftig.

Neben Dienstleistungen besitzt Schwyz eine vielfältige Industrie- und Gewerbebasis. Maschinenbau, Metallverarbeitung, Bauwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Energieversorgung und spezialisierte Fertigungsbetriebe stellen Arbeitsplätze bereit. Ein weltweit bekannter Name ist Victorinox mit Hauptsitz in Ibach. Das Unternehmen ist eng mit der Geschichte des Schweizer Taschenmessers verbunden.

Kleine und mittlere Unternehmen tragen einen grossen Teil der regionalen Wertschöpfung. Handwerksbetriebe, Detailhandel, Gastronomie und touristische Anbieter sichern Angebote ausserhalb der grossen Zentren. In ländlichen Gemeinden überschneiden sich wirtschaftliche Funktionen häufig: Ein Landwirtschaftsbetrieb kann zugleich Lebensmittel verarbeiten, Direktverkauf anbieten und Gäste bewirten.

Das Bevölkerungswachstum erhöht den Bedarf an Wohnungen, Schulen, Verkehrsangeboten und weiterer Infrastruktur. Gleichzeitig sind nutzbare Flächen aufgrund von Bergen, Seen, Schutzgebieten und Naturgefahren begrenzt. Die Raumplanung steht deshalb vor der Aufgabe, Siedlungen nach innen zu entwickeln, Arbeitsflächen zu sichern und Landschaftswerte zu bewahren.

Wohnen zwischen Zürichsee und Bergtal

Die Wohnlagen im Kanton unterscheiden sich stark. Gemeinden am Zürichsee sind dicht besiedelt und weisen eine hohe Nachfrage nach Wohnraum auf. Gute Verkehrsverbindungen machen sie für Pendler attraktiv. In Berggemeinden stehen mehr Ruhe und Landschaftsbezug einer geringeren Angebotsdichte und teilweise längeren Wegen gegenüber.

Der Blick über den Zürichsee bei Wollerau verdeutlicht die Nähe von Wohnraum, Erholungslandschaft und Metropolitanregion. Diese Lage bringt Nutzungskonflikte mit sich. Verdichtung, Verkehr, Seezugang, Ortsbildschutz und Kulturland müssen miteinander abgewogen werden. Auch die Belastung durch steigende Wohnkosten gehört zur Diskussion über Lebensqualität.


Der Blick vom Schwyzer Seeufer bei Wollerau zeigt die landschaftliche Qualität des Bezirks Höfe und seine enge räumliche Beziehung zum Grossraum Zürich.

Mobilität als Verbindung zwischen den Regionen

Schwyz liegt an wichtigen Verkehrsachsen zwischen Zürich, Luzern, Zug, dem Linthgebiet und der Gotthardroute. Die Autobahnen A3 und A4 erschliessen verschiedene Kantonsteile. Im Schienenverkehr bilden Arth-Goldau, Pfäffikon SZ, Biberbrugg, Einsiedeln, Küssnacht und Brunnen wichtige Knoten oder Umsteigepunkte.

Arth-Goldau besitzt nationale Bedeutung. Hier treffen Verbindungen aus Zürich, Luzern, Zug und der Gotthardachse aufeinander. Die Südostbahn erschliesst unter anderem die Räume Pfäffikon, Einsiedeln, Biberbrugg und Arth-Goldau. Buslinien ergänzen das Netz in Tälern und Gemeinden ohne direkten Bahnanschluss.

Der Zürichsee und der Vierwaldstättersee dienen zusätzlich als Verkehrs- und Ausflugsräume. Kursschiffe verbinden Orte über Kantonsgrenzen hinweg. In Bergregionen übernehmen Standseilbahnen, Zahnradbahnen, Gondelbahnen und kleinere Luftseilbahnen wichtige Erschliessungsfunktionen.

Der belmedia-Beitrag „Pfäffikon SZ: Bahnverkehr eingeschränkt“ dokumentiert Arbeiten an der Bahninfrastruktur im Jahr 2025. Die damalige Inbetriebnahme eines Güterüberholgleises und eines Stellwerks stand im Zusammenhang mit Angebotsverbesserungen auf der Verbindung Zürich–Chur.

Mobilität bleibt dennoch eine Herausforderung. Siedlungswachstum und Pendlerverkehr belasten Strassen und öffentliche Verkehrsmittel. In touristischen Gebieten kommen saisonale Spitzen hinzu. Eine gute Abstimmung von Raumplanung, Bahn, Bus, Individualverkehr sowie Fuss- und Velowegen ist deshalb für die weitere Entwicklung entscheidend.

Bildung, Kultur und öffentliche Einrichtungen

Das Bildungssystem umfasst die kommunale Volksschule, kantonale Mittelschulen und Berufsbildungsangebote. Die Berufsbildung ist eng mit Gewerbe, Industrie und Dienstleistungsunternehmen verbunden. Für ein Hochschulstudium orientieren sich viele junge Erwachsene an Institutionen in Zürich, Luzern, Rapperswil, Zug und anderen Schweizer Hochschulstandorten.

Kulturelle Einrichtungen verteilen sich über den Kanton. Museen in Schwyz widmen sich der Landesgeschichte, während lokale Sammlungen Themen wie Landwirtschaft, Brauchtum, Industrie, Ortsgeschichte und Kunst behandeln. Das Diorama und das Mineralienmuseum in Einsiedeln, das Vögele Kultur Zentrum in Pfäffikon sowie regionale Kulturhäuser ergänzen das Angebot.

Veranstaltungen reichen von Viehschauen und Märkten über Konzerte bis zu Sportanlässen. Viele Formate sind saisonal oder werden nicht jedes Jahr durchgeführt. Daten, Eintrittsbedingungen und Durchführungsstatus müssen daher jeweils aktuell geprüft werden.


Das Video „Schwyz. Ganz nah.“ von Schwyz Tourismus vermittelt in gut drei Minuten Eindrücke von Landschaften, Freizeitangeboten, Kultur und regionalen Besonderheiten des Kantons.


Ein Kanton mit mehreren Gesichtern

Schwyz lässt sich weder ausschliesslich als historischer Ursprungskanton noch als steuergünstiger Wohnstandort oder touristische Bergregion erfassen. Am Zürichsee herrschen andere räumliche und wirtschaftliche Bedingungen als im Muotatal. Einsiedeln besitzt eine andere kulturelle Prägung als Gersau, Küssnacht oder die March. Gerade diese Unterschiede bestimmen den Charakter des Kantons.

Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie Siedlungswachstum, Mobilität, Naturgefahren, Landschaftsschutz und wirtschaftliche Ansprüche aufeinander abgestimmt werden. Moore, Wälder, Seen und Alpen sind Lebensräume, Produktionsflächen und Erholungsgebiete zugleich. Historische Bauten müssen erhalten und dennoch sinnvoll genutzt werden. Verkehrsverbindungen sollen leistungsfähig bleiben, ohne den knappen Raum unbegrenzt zu beanspruchen.

Der Kanton Schwyz verbindet zentrale Kapitel der Schweizer Geschichte mit aktuellen Fragen der Raumentwicklung. Seine Landschaften reichen von dicht besiedelten Seeufern bis zu dünn besiedelten Bergtälern. Klosteranlagen, Museen, Industriebetriebe, Landwirtschaft, Wintersportorte und Verkehrsachsen liegen oft nur wenige Kilometer auseinander. Diese räumliche Nähe macht Schwyz zu einem vielseitigen Kanton, dessen Bedeutung weit über seine Fläche hinausreicht.

 

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