Retro ist zurück: Wie klassische Grandhotels neuen Glanz erleben

Grandhotels galten lange als Relikte aus einer vergangenen Epoche. Heute feiern sie ein eindrucksvolles Comeback mit Eleganz und neuer Strahlkraft.

Mit viel Feingefühl und Stilbewusstsein renoviert, verbinden sie architektonisches Erbe mit zeitgemässer Gastlichkeit und setzen neue Massstäbe in der Schweizer Hotellerie.

Ein neues Kapitel für alte Ikonen



In St. Moritz, dem geschichtsträchtigen Zentrum des alpinen Tourismus, steht das Kulm Hotel exemplarisch für die Renaissance klassischer Gastlichkeit. Seit 1856 empfängt das Haus internationale Gäste mit einer Mischung aus mondäner Noblesse und diskretem Luxus. In den letzten Jahren wurde gezielt in die bauliche Substanz und das stilistische Erbe investiert. Die Lobby glänzt mit dezenten Goldtönen, der Spa-Bereich wurde auf 2’000 Quadratmeter erweitert und das kulinarische Angebot durch Spitzenköche neu interpretiert.


Tipp: Historische Suiten mit Blick auf den St. Moritzersee lassen sich auch in der Nebensaison zu überraschend fairen Konditionen buchen.

Die Balance aus Tradition und Innovation macht das Kulm zu einem lebendigen Beispiel für modernen Grandhotel-Stil – ohne Designklischees und ohne nostalgischen Ballast.

Victoria-Jungfrau: Souveränität im Herzen des Berner Oberlands



In Interlaken steht mit dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ein weiteres Wahrzeichen für die Wiedergeburt klassischer Hotelarchitektur. Eröffnet 1865, hat sich das Haus über Jahrzehnte als Adresse für Staatsgäste und Künstler etabliert. Heute verbindet das Ensemble aus historischen Flügeln und moderner Wellness-Oase alpine Klassik mit diskreter Raffinesse.


Tipp: Wer in der historischen Bibliothek Platz nimmt, geniesst nicht nur Ruhe, sondern auch einen Blick auf kunstvoll restaurierte Deckenmalereien aus dem 19. Jahrhundert.

Der 5’500 Quadratmeter grosse Spa-Bereich mit alpinen Signature Treatments wurde im Einklang mit dem historischen Charakter gestaltet. Das Interieur des Hotels wurde zuletzt zurückhaltend modernisiert – mit hochwertigen Stoffen, klassischen Möbeln und viel Raum für Licht und Weite.

Beau-Rivage Palace Lausanne: Grandezza am Genfersee

Das Beau-Rivage Palace in Lausanne steht exemplarisch für die französisch geprägte Grandhotel-Architektur der Romandie. 1861 eröffnet, liegt es eingebettet in eine gepflegte Parkanlage direkt am Seeufer. Die Räume sind grosszügig, die Korridore weit, das Personal diskret – es herrscht ein Flair, das man anderswo vergeblich sucht.


Tipp: Die kunstvoll restaurierte Belle-Époque-Bar ist nicht nur stilistisch, sondern auch akustisch ein Erlebnis – Live-Piano inklusive.

Die Innenarchitektur wurde in den letzten Jahren sanft aufgefrischt, ohne auf den gestalterischen Stolz vergangener Zeiten zu verzichten. Kulinarisch setzt das Haus auf prämierten Gourmetgenuss, ergänzt durch ein Tagesrestaurant mit regionaler Ausrichtung. Auch das Spa wurde erweitert und öffnet sich nun grosszügig zum See.

Mehr als Nostalgie: Die Zukunft der Hotelklassiker

Das Comeback der Grandhotels ist kein modischer Zufall, sondern Ausdruck eines wachsenden Bedürfnisses nach Authentizität und Tiefe in der Gastlichkeit. Während moderne Businesshotels Effizienz bieten, schaffen Grandhotels bleibende Erinnerungen. Die Wiederbelebung historischer Häuser ist dabei mehr als ein ästhetisches Projekt – sie ist ein kulturelles Statement.


Tipp: Wer eine Reise plant, sollte direkt über die Hotelwebseite buchen – viele Grandhotels bieten exklusive Pakete mit Führung, Spa-Eintritt oder Degustationsmenüs.

Zwischen Holzvertäfelung und Marmorbad, zwischen Kronleuchter und Panoramasicht entsteht eine Atmosphäre, die kein Designhotel künstlich erzeugen kann. Die klassische Hotellerie zeigt sich heute nicht altmodisch, sondern zeitlos – und gerade deshalb aktueller denn je.

 

Quelle: hotelaktuell.ch-Redaktion
Bildquellen: Bild 1: => Symbolbild © Diego Grandi/Shutterstock.com; Bild 2: => Symbolbild © Frank Fell Media/Shutterstock.com

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