Nachhaltige Hotels: Worauf sollte man bei der Bewertung wirklich achten?

Nachhaltigkeit im Hotel lässt sich auch als Gast erkennen – saubere Standards, ressourcenschonendes Verhalten und echtes Engagement schaffen Vertrauen und Komfort.

Diese Anleitung hilft dabei, beim nächsten Aufenthalt bewusste Bewertungen abzugeben – von Wasser‑ bis Energieeinsatz, Qualität und Service.

1. Umweltfreundliche Ausstattung erkennen



Der erste Eindruck entscheidet – nachhaltige Hotels setzen gezielt Materialien, Produkte und Einrichtungsgegenstände ein:

  • Bettwäsche & Handtücher: Bio‑Baumwolle oder recycelte Fasern, klar gekennzeichnet durch Zertifikate.
  • Möbel & Einrichtung: Regional gefertigte Möbel aus FSC‑zertifiziertem Holz oder recyceltem Material.
  • Ausstattung im Bad: Nachfüllbare Seifen‑ und Shampoospender statt Einweg‑Plastikflaschen.
  • Reinigungstextilien: Mikrofasertücher, die energie‑ und wasserreduziert reinigend wirken.
  • Lichtquellen: LED‑Lampentechnik mit Bewegungsmelder vor Zimmern oder in Fluren.

Tipp: Ein Blick in den Spiegelschrank zeigt, ob Shampoo‑Nachfüllsystem oder Einweg‑Flaschen verwendet werden – ein guter Nachhaltigkeits‑Indikator.

2. Energie und Wasser im Alltag evaluieren

Ein nachhaltiges Hotel spart gezielt Energie und Wasser – das lässt sich anhand kleiner Hinweise erkennen:

  • Regler für Raumtemperatur: Gästeabgabe eindeutig regelbar – nicht zentral gesteuert.
  • Dusch- und Wasserhähne: Wassersparer oder Perlatoren minimieren Verbrauch.
  • Recyclinghinweise: In mehreren Zonen im Zimmer vorhanden, nicht nur im Flur.
  • Beleuchtungskonzept: Aussenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern und Tageslichtsensoren statt Dauerlicht.
  • Smart-TVs & Standby-Schalter: Echte Abschaltung möglich, keine „dauerhaftstige“ Energieaufnahme im Standby.

Tipp: Öffne den Koffer‑Ständer – findet sich ein Schild wie „Bitte Licht ausschalten“ oder „Handtücher auf dem Boden bedeutet neuer Tuchwechsel“, ist das ein Zeichen für umweltbewusstes Management.

3. Regional & saisonal – kulinarisches Aushängeschild

Ein nachhaltiges Hotel stärkt die lokale Wirtschaft – das spiegelt sich oft in der Küche wider:

  • Frühstücksbuffet: Regionale Produkte aus der Nähe, Fair‑Trade‑Kaffee.
  • Abend- oder Mittagsmenu: Saisonal angepasste Gerichte, oft mit Gemüse/Bio‑Fleisch.
  • Minibar & Snacks: Regional ohne Einwegplastik – vielleicht in Papiertüten oder grossen Gebinden.
  • Kochworkshops: Produzenteneinblicke und lokale Spezialitäten fördern Verständnis beim Gast.
  • Speisekarte: Kennzeichnung von vegetarischen und regionalen Gerichten.

Tipp: Fragen Sie beim Check-in nach regionalen Highlights – die Reaktion des Personals zeigt, wie ernst Nachhaltigkeit gemeint ist.

4. Reinigung & Pflege – verantwortlich oder übertrieben?



Nachhaltige Zimmerreinigung folgt klaren Regeln – weder über- noch untertriebene Hygiene:

  • Reinigung auf Anfrage: Option zur Auslassung täglicher Reinigung und Handtuchwechsel.
  • Umweltfreundliche Produkte: Bewertungen prüfen oder Pflanzennutzstoffe wie Citrus‑ oder Mandelreiniger verwenden.
  • Lüften statt Heizen: Fensteröffnungen werden nicht durch konstante Raumtemperatur ersetzt.
  • Abfallsortierung: Mülltrennung auch im Badezimmer möglich.
  • Wäschemanagement: Hinweise an Tür oder Infozetteln zu bewusstem Auslass von Handtüchern sind vorhanden.

Tipp: Statt Rezeption anrufen – prüfen Sie, ob Badetücher am Boden liegen – so stärkt das sichtbare Statement umweltfreundlichen Umgang.

5. Mobilität und Standort‐Fokus

Nachhaltige Hotels unterstützen sanfte Mobilität und bewusstes Reisen:

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Info‑Blätter, Abfahrtszeiten oder Tickets direkt an der Rezeption.
  • Fahrrad‐Verleih: In‑house oder Kooperation mit lokalen Anbietern.
  • Elektro‐Ladestation: Laden vor Ort – gut platziert und nutzbar.
  • Parkplatzübersicht: Begrenzte Auto-Stellplätze, Tram/Strecke hervorgehoben.
  • Transferangebote: Shuttles mit Kombianklang nach Bahn‑ oder Busterminal.

Tipp: Eine Fahrradkarte auf dem Zimmer mit Tourenvorschlägen zeigt echte Mobilitätsfreundlichkeit.

6. Kommunikation und Transparenz

Ein nachhaltiges Hotel vermittelt sein Konzept klar – das schafft Vertrauen:

  • Infotafeln: Nachhaltigkeitsleitlinien sichtbar im Eingangsbereich.
  • Digitale Informationsmedien: Tablet im Zimmer statt gedrucktem Plan bietet wirkungsarme Information.
  • QR‐Codes: Dokumente online verfügbar – weniger Papier, mehr Effizienz.
  • Transparenz über Zertifikate: BIO‑Zertifizierung, GreenBuilding, Umweltlabel gut sichtbar.
  • Feedbackmöglichkeiten: Online‑Formulare nach Aufenthalt zur Verbesserung des Ansatzes.

Tipp: Stellen Sie bei Abreise Fragen – z. B. „Woher kommt Ihr Strom?“ – echte Kenntnis spiegelt echtes Interesse wider.

7. Mitarbeiterschulung & internes Engagement

Nachhaltigkeit fängt beim Team an – Schulung und Verantwortungsbewusstsein sind klare Zeichen:

  • Personal-Shirts/Bekleidung: Aus recyceltem Material oder Bio‑Baumwolle mit dem Nachhaltigkeitslogo.
  • Schulung: Mitarbeiter kennen Mülltrennung, Energieeinsparung und Gäste‑Kommunikation.
  • Belohnungssysteme: Anreiz für Gästetipps zu Nachhaltigkeit.
  • Team‑Workshops: Regelmässige Meetings zum Thema Umweltschutz.
  • Lokale Kooperationen: Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen oder Sozialbetrieben.

Tipp: Fragen wie „Wird Müll sortiert?“ zeigen, ob Mitarbeitende direkten Überblick haben – echte Schulung erkennbar.

8. Barrierefreiheit und soziale Verantwortung

Soziale Nachhaltigkeit gehört ebenso dazu wie ökologische Aspekte:

  • Barrierefreiheit: Zimmerzugang, Rampen, Bäder rollstuhltauglich.
  • Faire Löhne: Spürbar im freundlichen Umgang und guter Servicequalität.
  • Regionale Beschäftigung: Saisonale Mitarbeitende aus der Umgebung fördern Verbundenheit.
  • Inklusionsangebote: Angebote auch für Familien mit Kindern oder ältere Gäste.
  • Sprachvielfalt: Mehrsprachiges Personal – auch Deutsch/Englisch/Basis-Fremdsprache.

Tipp: Fragen Sie: „Sind Ihre Mitarbeiter aus der Region?“ – authentische Antwort zeigt lokale Verantwortung.

9. Fazit und Bewertungshinweise

Nachhaltigkeit im Hotel ist kein Zufall. Wenn Ausstattung, Energieeinsparung, Mitarbeitende und lokale Bindung sichtbar zusammenarbeiten, entsteht ein rundes Bild. Wichtig ist nicht das grösste Zeichen, sondern die ehrlich kommunizierte Umsetzung – anhand kleiner Elemente. Gäste können dadurch bewusste Bewertungen abgeben und nachhaltiges Handeln direkt unterstützen.

 

Quelle: hotelaktuell.ch-Redaktion
Bildquellen: Bild 1: => Symbolbild © Chadchai Krisadapong/Shutterstock.com; Bild 2: => Symbolbild © Drazen Zigic/Shutterstock.com

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