Bellevue des Alpes und Hotel Schatzalp – zwei legendäre Berghotels

Die Schweizer Alpen sind Heimat zahlreicher spektakulärer Hotels – doch zwei davon gelten als besonders ikonisch: das Bellevue des Alpes und die Schatzalp. Beide erzählen Geschichten aus einer anderen Zeit, als Reisen noch ein Privileg war und Berghotels Sehnsuchtsorte für Abenteuer, Heilung und Luxus bedeuteten.

Inmitten der Berge, wo Züge enden und Wanderwege beginnen, thronen zwei Hotels, die mehr sind als reine Unterkünfte. Sie sind Zeugen vergangener Epochen, Filmkulissen und literarische Schauplätze. Das Bellevue des Alpes bei der Kleinen Scheidegg und die Schatzalp oberhalb von Davos entführen ihre Gäste in eine Welt, in der Nostalgie und Natur Hand in Hand gehen – mit dem Komfort der Moderne im Gepäck.

Bellevue des Alpes – Historie auf 2’072 Metern

Wer mit der Zahnradbahn von Grindelwald oder Lauterbrunnen zur Kleinen Scheidegg fährt, steht plötzlich vor einem mächtigen Hotelbau mit rotem Schriftzug: dem Bellevue des Alpes. Bereits 1840 wurde an dieser Stelle ein Gasthof errichtet, 1890 folgte das heutige Hotel im klassischen Grandhotel-Stil. Noch immer empfängt es seine Gäste in weitgehend originaler Ausstattung – mit Speisesälen voller Holzvertäfelung, weiten Fluren und historischen Möbeln.



Das Hotel wurde in den letzten Jahrzehnten behutsam restauriert, aber nicht modernisiert – kein Fernseher in den Zimmern, kein Spa, kein Fahrstuhl. Dafür gibt es ein authentisches Erlebnis auf Augenhöhe mit Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Eigentümerfamilie Hauser führt das Haus mit grosser Hingabe – in dritter Generation. Viele Stammgäste kommen seit Jahrzehnten, manche gar seit Generationen.


Fakt: Das Bellevue diente 2001 als Kulisse für den Hollywood-Film „North Face“ – eine Hommage an die dramatische Geschichte der Eiger-Nordwand-Besteigungen.

Schatzalp – Jugendstil trifft Höhenluft

Hoch über Davos liegt die Schatzalp – erreichbar mit einer nostalgischen Standseilbahn. Das Hotel wurde 1900 als Höhenklinik gebaut, um Tuberkulosepatienten Heilung durch frische Bergluft zu ermöglichen. Im Stil des Jugendstils errichtet, war es mit Zentralheizung, Aufzug und Elektrizität seiner Zeit weit voraus. 1954 wurde das Sanatorium in ein Hotel umgewandelt – seither empfängt die Schatzalp Gäste aus aller Welt, die Ruhe und ein wenig Nostalgie suchen.



Die Architektur, das Mobiliar und viele kleine Details zeugen noch heute von der Zeit um 1900. Besonders berühmt ist die Schatzalp aber auch als literarischer Ort: Thomas Mann wählte sie als Inspiration für das „Berghotel Berghof“ in seinem Roman „Der Zauberberg“. Ein Aufenthalt hier fühlt sich an wie eine Zeitreise – in eine Epoche der Kontemplation, der Langsamkeit und der grossen Gedanken.


Tipp: Die Schatzalp verfügt über einen eigenen botanischen Alpengarten mit über 3’500 Pflanzenarten – ein verstecktes Paradies mit Blick auf Davos.

Charme und Eigenheit statt Luxusstandard

Weder das Bellevue noch die Schatzalp entsprechen modernen Luxushotel-Standards im klassischen Sinn. Es gibt keine Flatscreens, keine Designermöbel und oft auch kein WLAN in den Zimmern. Dafür bieten beide Häuser eine Atmosphäre, die anderswo kaum noch zu finden ist: Ruhe, Weite, Authentizität. Der Luxus liegt hier im Unaufgeregten – im Rauschen des Windes, im Blick auf die Berge, im Gespräch bei Kerzenlicht.

Ein Erlebnis für Individualisten

Wer in diesen Hotels absteigt, entscheidet sich bewusst gegen das Gewöhnliche. Die Gäste sind oft Kulturreisende, Alpinisten, Literaturliebhaber oder einfach Menschen, die eine Pause von der digitalen Welt suchen. Das Personal ist persönlich, das Ambiente einmalig, und die Umgebung schlicht überwältigend. Beide Hotels lassen die Grenze zwischen Naturerlebnis und kultureller Tiefe verschwimmen – und schaffen damit einen unvergleichlichen Aufenthalt.

Fazit: Zwei Häuser, zwei Geschichten, ein Gefühl

Das Bellevue des Alpes und die Schatzalp sind mehr als nur schöne Hotels – sie sind lebendige Museen, stille Rückzugsorte und Fenster in vergangene Zeiten. Sie beweisen, dass wahre Gastlichkeit nicht im Prunk liegt, sondern im Charakter eines Ortes. Wer heute in diesen Berghotels nächtigt, verlässt nicht nur den Alltag – er betritt eine Welt voller Geschichten, die noch lange nachklingen.

 

Quelle: hotelaktuell.ch-Redaktion
Bildquellen: Bild 1: => Symbolbild © Willem Cronje/Shutterstock.com; Bild 2: => Symbolbild © andreas_naegeli/Shutterstock.com

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